Grönland im Winter

Das Eisfjord bei Ilulissat
Eisfjord-Panorama

Im Februar 2025 brach ich mit Ollie Taylor und sechs Mitreisenden zu einem Winter-Fotoworkshop nach Grönland auf. Die Lichtverhältnisse sind im Februar optimal: auf stundenlange Dämmerung folgt eine tiefe Nacht, die im aktuellen solaren Maximum auf reichlich Nordlichter hoffen ließ. Die meisten von uns waren schon mehrfach auf Island und wollten nun einfach etwas Entfernteres, etwas Wilderes und etwas Abenteuerlicheres erleben. Von Nuuk ging es über Ilulissat nach Uummannaq.

Tipps für Fototrips im Winter nach Grönland

Da ich in der Vorbereitung nicht die gewohnt überbordenden Infos fand, hier eine kommentierte Liste dessen, was ich für diese Reise benötigt habe und für essentiell halte. Möge es dem/der geneigten Reisende*n helfen.

Fotografie

  • Kameras: ein Ersatzbody ist unerlässlich, bei einem Defekt ist der nächste Kamerahändler weit, vermutlich in Nuuk – außerdem reduziert dies die nötigen Objektivwechsel bei Schnee und Wind
  • Akkus: viele, zwei pro Kamera und mindestens einen weiteren Ersatzakku
  • Speicherkarten: mir reichten zwei Sets je Kamera (jeweils mit 2x64GB für die höher auflösende R5 und 2x32GB für die niedriger auflösende R6), allerdings nehme ich auch keine Videos oder Timelapses auf
  • Objektive: ich versuche, halbwegs leicht unterwegs zu sein (durch das Teleobjektiv hat das diesmal nur bedingt geklappt)
    • RF 15-35 f2,8: durch die große Blende neben der Landschaftsfotografie auch für die Nacht-/Aurora-Fotografie ideal
    • RF 24-105 f4: wie fast immer am häufigsten benutzt und meines Erachtens ein stark unterschätztes Objektiv
    • RF 100-500 f4,5-7,1: seltener benutzt, aber dafür mit tollen Ergebnissen. Ich hatte dieses Objektiv wegen der solideren Bauweise geliehen, aber das deutlich leichtere – und günstigere – RF 100-400 hätte wohl auch gereicht
  • Filter: Polfilter (CPL). NDs hatte ich dabei und kein einziges Mal benötigt
  • Stativ: für Fotos in extremeren Bedingungen nutze ich ein größeres und robusteres Stativ und kein Reisestativ. Gerade für manuell belichtete Nachtaufnahmen ist eine Kameraposition auf Augenhöhe – z.B. zum Prüfen der Schärfe – großartig.

Kleidung

Obwohl der Klimawandel in Grönland leider besonders sicht- und spürbar ist, bewegte sich die Temperatur an einigen Tagen in Richtung -30 Grad (plus Wind-Chill). Da ich im kältesten Ort der Reise – Uummannaq – strandete und ein Teil des Gepäcks in Ilulissat lag, musste Folgendes aus dem kleinen Duffel-Bag (50 Liter), den ich für den Helikopter-Flug dabei hatte, für 11 Tage reichen. Und das hat es problemlos auch, es gibt schließlich auch in Grönland Waschmaschinen.

  • Base-Layer Shirts: drei aus Merino, davon eins dünn, um es unter einem zweiten tragen zu können
  • Base-Layer Hosen: zwei aus Merino (natürlich lang)
  • Mid-Layer: ein dickerer oder zwei dünnere
  • Softshell-Hose
  • Ski-Hose
  • Winter-Parka: sparen bringt hier nichts, unbedingt mit Kapuze
  • Winter-Stiefel: in der Arctic-Ausführung
  • Socken: drei Paar Liner und zwei Paar dicke Socken (Merino, bei Bedarf übereinander tragen)
  • Handschuhe und Fäustlinge: wobei die Ersten für sehr kalte Nächte in die Zweiten passen sollten
  • Sonstiges
    • Winterausrüstung: Spikes/Crampons, Handwärmer, Balaclava, Mützen. Tipp: Öl-basierte Babycreme fürs Gesicht/Hände (wasserbasierte Produkte frieren ein)
    • Gepäck: entgegen anders lautenden Informationen hat Air Greenland das Carry-On Maximalgewicht von 8kg nicht übergenau kontrolliert, ich hatte mit gut 10kg keine Probleme (mein Aufgabegepäck lag aber auch deutlich unter den maximalen 20kg). Apropos Gepäck: der Hin- und Rückflug bestand je aus fünf Etappen, daher kann ein AirTag sinnvoll sein